# 7 Über Geld spricht man nicht.....also schreibe ich!

Es gibt verschiedene Gründe in einem Tiny House zu wohnen und für jedermann ist es wohl auch nicht das Richtige. Beim Thema "Leben im Wagen" herrscht leider in vielen Köpfen noch die Vorstellung von einer Bande "Hippies", welche illegal mit einigen heruntergekommenen Zirkuswagen ein städtisches/kommunales Grundstück besetzen und mit allen Mitteln für "ihre Rechte" kämpfen ohne dabei an regelmässiges Duschen und Putzen zu denken. Dieser Umstand in Kombination mit der schweizerischen /und wahrscheinlichen auch europäischen Bürokratie macht es für Tiny House Bewohner - wie wir - nicht ganz einfach den "ewigen Frieden" zu finden.

An solche Probleme dachten wir während der Budgetplanung unseres Öki aber noch nicht. Dank 100% Jobs und einfachem Lebensstil hatten wir glücklicherweise bereits eine......

Baumaterial-Lieferung bis vor die Haustür :-) Auch das kostet....
Baumaterial-Lieferung bis vor die Haustür :-) Auch das kostet....

....hatten wir glücklicherweise bereits eine Summe von ca. 55´000.- angespart, was uns bereits bei der Planung einen gewissen Spielraum erlaubte. Was euch ja alle interessiert: 70´000.- sind es dann geworden, wobei man mit viel jonglieren diese Zahl auch verdoppeln bzw. halbieren könnte. Z.B.. hatte ich während des Baus keinen Job und somit kein Einkommen, andererseits habe ich natürlich so viel wie möglich alleine gemacht und so einiges an Geld gespart. Kann man Freunde mit dem nötigen Fachwissen in einem gewissen Bereich um Hilfe/Rat/Unterstützung bitten, so kann man wiederrum einige Groschen sparen, welche man dann bestimmt an einem anderen Punkt ausgeben kann.

Im Öki steckt ganz viel Herzblut, Ehrgeiz und Schweiss, weshalb wir den Wagen ( falls du im Lotto gewinnen soltest) wohl nicht unter 150´000.- hergeben würden.

Monis Heimat ist an der deutsch-holländischen Grenze in einem kleinen niederrheinischen Dorf. Diese Tatsache und weitere Gründe führten dazu, dass wir ab Juli 2015 dort bei meinen Schwiegereltern wohnten und in wenigen Autominuten Entfernung die Möglichkeit hatten unseren Öki auszubauen. Die "Hülle" wurde bereits ab April von einem Leipziger Wagenbauer aufgebaut und konnte mit Verspätung Ende August von Ost nach West überführt werden. Der komplette Eigenbau wäre sicherlich billiger gewesen, aber ohne Einstellhalle, richtigem Werkzeug und vorallem nötigem Fachwissen wollte ich den Rahmenaufbau nicht auf eigene Faust in Angriff nehmen.

 

Wer also den Gedanken hat, sich mal eben schnell ein Tiny House zu bauen, der unterschätze bitte die Kosten und den Zeitaufwand nicht. Natürlich kann man ein Tiny House für weniger Geld bauen wenn man in Grösse, Technik und Einrichtung ein anderes Maß wählt. Wir haben uns bewusst für qualitativ hochwertige Materialien und viel Technik entschieden. Dabei haben wir nicht immer das Billigste gewählt, aber dafür in unseren Augen das Beste.. Der Öki sollte schliesslich unser Eigenheim werden, an dem wir nicht sparen wollten. Nun können wir ohne Kredit leben, haben niedrige Mietkosten und haben dennoch alles, was eine kleine Familie zum Leben braucht.

 

Hoffentlich wird das gesellschaftliche Bild der Tiny House Bewohner schon bald näher an die Realität rücken und so beispielsweise die Möglichkeiten verbessern, einen geeigneten Stellplatz für ein Tiny House zu finden.

 

Bis dann

Marlies

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0