# 19 Ab nach Tschappina - Nein, keine Weltreise....

Anfang September war es soweit: Umzug (wortwörtlich) von Trin nach Tschappina. Immer noch Schweiz, immer noch Graubünden, aber eine neue Region: Der Heinzenberg am Fusse des Piz Beverin. Wie haben wir den Platz gefunden? Sind wir immernoch auf einem Camping? Wie verlief der Transport von unserem Tiny House? Wie sieht unsere neue Umgebung aus? Gibt es Platz für ein ganzes Tiny House Village? Was für Infrastrukur ist vorhanden ?

Ich werde versuchen, in den kommenden Zeilen all diese Fragen und noch mehr zu beantworten. Damit die Reihenfolge stimmt, gibt es zuerst einen Sprung zurück in den Monat Juni. Weil Moni für sechs Wochen eine Stellvertretung im Kanton Bern machte, waren wir nur......

....für sechs Wochen eine Stellvertretung im Kanton Bern machte, waren wir nur am Wochenende in unserem Öki. Willi, unser Bus, stand bei einem Bauernhof in Bern und diente uns für die paar Wochen als Zuhause :-). Als wir Ende Juni mal wieder unseren Briefkasten leerten war da auch die Kündigung dabei...*bäähmmm* einfach so aus heiterem Himmel!

Nachdem wir uns wieder beruhigt hatten hiess es dann erstmal "Problem verschieben" und mit Willi, unserem Oldtimerbus, ab nach Deutschland und weiter nach Dänemark. Ein Freund hatte zur Hochzeit eingeladen und wir hatten das zu unserem Ferienziel gemacht :-) *Bemerkung der Redaktion: Dänemark ist auf jedenfall eine Reise wert :-).

 

Doch auch schon aus der Ferne waren wir auf Platzsuche: Wir schauten uns im www einige Grundstücke in der Region Flims/Laax an, welche mit ihrem riesigen Umschwung auch noch Platz für ein Tiny House bieten könnten. Oftmals sogar "nur" Feriendomizile, welche nur wenige Wochen im Jahr bewohnt sind....

Im Internet findet man ja schon ziemlich viel raus und so haben wir dann eine nettes Email verfasst und an ca. 5 Grundstücksbesitzer verschickt. Leider ohne positive Antwort. Auch einige Anfragen per Telefon blieben erfolglos. Warum nur? Würdest du ein Ferienhaus mit grossem Garten besitzen und dann ruft dich jemand an : "...Guten Tag, Vins am Apparat, wir wohnen im Tiny House und suchen einen neuen Platz und dachten, Sie können uns vielleicht helfen..."

Komisch, dass das nicht funktionieren wollte :-).

Ist aber ein gutes Auf-Leute-zugehen-Training!!

 

Anfang August, zurück aus dem Urlaub, war unser Problem dann wieder präsenter und es gab vermehrt das Gefühl, dass wir es nicht schaffen, bis Ende September was zu finden inklusive dem ganzen Umzug. Wir verbindeten den Hundespaziergang mit "Klinken putzen". Wir fragten bei Bauern und anderen Grundstückbesitzern, ob sie uns mit einem Platz weiterhelfen können. So lernten wir auch sehr nette Leute kennen, welche uns im Tiny House besuchten und nach einer Lösung für uns Ausschau hielten. Es wollte aber nicht so recht: Wenn der Bauer "ja" sagte, sagte die Gemeinde "nein" und wo die Gemeinde ihr OK gegeben hätte, wollte oder konnte der Eigentümer nicht :-(.

Und plötzlich ging alles doch ziemlich schnell: Eigentlich traf sich Moni mit Gleichgesinnten um sich über eine Alternative zum Schulsystem Gedanken zu machen. Dabei wurde nebenbei auch unsere Platzsuche zum Thema und so hatten wir die Möglichkeit, dass wir (vorläufig) auf dem Grundstück eines unbewohnten Hauses stehen könnten.....in Tschappina.

Eigentlich waren wir doch in der Region Flims/Laax/Trin auf der Suche und nun Tschappina...puuhhh. Mal anschauen kann ja nicht schaden und wenn man ein Platz für eine Tiny House will, darf man (momentan noch) nicht allzu wählerisch sein! Traumhafte Aussicht, Wasser und Strom vorhanden, die Unterstützung vom Gemeindepräsidenten, im Winter von der Piste bis zur Haustür, Platz zum Rennen für Barni, nette Menschen.....was wollen wir mehr?! Also ab nach Tschappina, und der richtige Mann für den Tranpsort wohnt quasi im Nachbardorf. Daniel Satler aus Dalin vermietet Baumaschinen, macht Bauarbeiten oder transportiert auch mal an einem schönen Septembertag ein Zehn-Tonnen-Tiny House von Trin nach Tschappina! Und das mit einer Lockerheit, dass man davon auch als angespannter Hausbesitzer angesteckt wird :-). Danke Daniel!

Vorher hiess es aber doch noch alles fahrbereit machen: Gläser, Geschirr usw. verpacken bzw. sichern, Ofenrohr, Solarröhren und Sonnenstore abmontieren, Solarmodule runterklappen und befestigen, Spiegel, Gitarre und weitere Dinge abhängen und sicher verstauen, Terrasse abbauen und und und. Nach ein paar intensiven Arbeitsstunden und einer Stunde Fahrt konnte alles wieder eingerichtet werden: Schön wenn nach einem Umzug doch schon jedes Ding seinen Platz hat und man ruckzuck installiert ist. Für uns war die Tatsache sehr interessant, dass wir nach 2 1/2 Jahren Tiny House - Leben wiederum Dinge angesammelt hatten, die wir einfach nicht brauchen. Das sind zwar nicht so viele Dinge, wie bei unserem Umzug von 100 Quadratmetern auf 20, aber dennoch eine nicht zu verachtende Anzahl Ballast. Das kennt ihr doch alle vom Umzug, oder?

 

Dank dem fantastischen Herbstwetter hatten wir einen super Start in Tschappina und konnten auch noch unsere Umgebung nach unseren Wünschen gestalten: Terrasse, Sitzplatz, Zugang, Parkplatz, Garten und Sträucher....inmitten einer herllichen Bergwelt! Danke liebes Universum, dass du uns nach Tschappina geholt/geschickt hast!!

Wir geniessen unsere neue Umgebung, entdecken immer mehr davon und lernten schon einige nette Menschen kennen. Trotzdem ist im Hinterkopf schon ab und zu ein Gedanke: Wir haben (noch) keine dauerhafte Bewilligung und sowieso müssen wir irgendwann einen neuen Platz suchen. Das leer stehende Haus soll nämlich bald renoviert werden und wenn die Baustelle richtig losgeht ist kein Platz mehr für unser Tiny House. Vielleicht können wir das zum Anlass nehmen, uns um die Umsetzung von einem Tiny House Village zu kümmern. Ein alter Stall als Gemeinschaftshaus, 3-5 Plätze für Tiny Houses oder andere Kleinwohnformen....das könnten wir uns hier in Tschappina ziemlich gut vorstellen. Wer ernsthaftes Interesse am Mitwirken hat, meldet sich bitte bei uns!

Der Verein Kleinwohnformen.ch, gegründet im April, ist schweizweit tätig damit es in Zukunft leichter wird, ein Tiny House, eine Jurte usw. bewilligt bewohnen zu dürfen. In Öffentlichkeitsarbeit, juristische Abklärungen, Grundstücksuche und vieles mehr wurden schon einige 100 Stunden ehrenamtliche Arbeit investiert. Unterstützung mittels jährlichem Mitgliederbeitrag ist genauso willkommen wie aktive Mitarbeit in den verschiedenen Arbeitsgruppen. Warum nun diese "Werbung"?  Weil ich selbst auch im Vereinsvorstand bin und es gerade richtig "abgeht": Am Wochenende in Kloten Treffen der Arbeitsgruppe "Kleinwohnformen-Siedlung" unter meiner Leitung, danach am Montag Vorstandssitzung in Pfäffikon Schwyz, danach am Wochenende zweitägige Zusammenkunft/Retraite vom Vorstand um endlich mal einige "grosse" Fragen zu klären, welche an den Sitzungen zeitlich nicht machbar sind, danach irgendwann den Vereinsnewsletter schreiben um die bald 500(!!!) Mitglieder auf den neusten Stand zu bringen! Das fühlt sich gerade so an, als ob das Jahr schon wieder um ist :-).

 

So, nun ist aber blogtechnisch genug für heute (und bestimmt auch einige Wochen).

 

Danke und bis bald

Marlies